Das Latein der Zukunft – Ein Ausblick

Da Latein die einzige Sprache ist, die sich über Wissenschaft und Kirche in allen 25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gleichermaßen verbreiten konnte, wäre es eine verlockende Idee, Latein wieder als Amtssprache einzusetzen, da das Übersetzen von Texten in die 20 Sprachen der EU-Mitgliedsländer eine aufwendige und kostspielige Sache ist.

Dies hätte den Vorteil, daß durch eine gemeinsame Amtssprache die kulturelle Identität Europas wieder gestärkt werden könnte – ähnlich, wie es Karl der Große im 8. und 9. Jhd. getan hat, der mit der alljährlichen Verleihung des Aachener Karlspreises an Verdiente Förderer der Europäischen Einheit regelmäßig in die Erinnerung der Europäer zurückgerufen wird. Da Latein von keiner EU-Nation benutzt wird, würde im Unterschied zu Englisch auch niemand mit der Einführung dieser Sprache benachteiligt werden. In der Europäischen Rechtspraxis sind daher bereits erste Tendenzen zu beobachten, so z.B. in der 2004 eingeführten Bezeichnung der neuen Rechtsform für Trans-Europäische Aktiengesellschaften, die man Lateinisch „Societas Europaea“, kurz. S.E. nennt. In Deutschland tragen Allianz und SAP bereits diesen Namen, die Deutsche Bank erwägt zur Zeit ebenfalls den Wechsel zu dieser Rechtsform.Dies sollten an der Stelle nun genug Begründungen sein, auch Dich zu motivieren: Komm zur Academia Linguae und reihe Dich ein in die Ahnengalerie hinter großen Name wie Julius Caesar, Augustinus, Boethius, Karl dem Großen und Thomas Morus, denn: Dum differtur, vita transcurrit (Wie man es aufschiebt, geht das Leben vorüber).

Verwendete Quellen:

– Bigini, Sara; Svanda, Libor: Überlegungen zu einer gemeinsamen Sprache Europas, 2003, Münster (Hausarbeit Uni Münster)

– Borneman, Eduard: Lateinisches Unterrichtswerk, 1972, Berlin (Cornelsen)

– Eichner, Hans; Lorenz, Paul; Schwarz, Harald; Smolak, Kurt: Geschichte der Lateinischen Sprache, in: Josef M. Stowasser (Hrsg.): Lateinisch – Deutsches Schulwörterbuch, 2003, München (Oldenbourg)

– Fischer-Fabian, Siegfried: Karl der Große, 2004, Wien (Tosa)

– Horst, Eberhard: Hildegard von Bingen, 2003, München (Ullstein)

– Löwe, Leonie: Philipp Melanchthon und seine Theorien zur Schul- und Bildungsreform, 2003 (Hausarbeit)

– Luther, Martin: An den christlichen Adel deutscher Nation / Von der Freiheit eines Christenmenschen, 1962, Ditzingen (Reclam)

– Schuchert, August: Kirchengeschichte, Bd. I, 1955, Bonn (Verein vom heiligen Karl Borromäus)

– Unger, Elizabeth: Das lateinische Mittelalter, 2001 (Hausarbeit)

*) Matthias Wühle: Buchautor und Pressesprecher der Academia Linguae. Er studiert Philosophie und Geschichte an der Uni Frankfurt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.