Mit der Academia von Null auf Latein

Presseartikel  von M. Wühle
Latein-Sprachschule hat sich an der Uni Frankfurt etabliert

Viele Studenten haben zur Zeit mit zwei Problemen zu kämpfen. Das eine Problem ist die Einführung der Studiengebühren ab Wintersemester 2007/2008. Das andere Problem ist älter – genaugenommen 2.500 Jahre alt und heißt Latein. Die Vorstellung, bis zur Zwischenprüfung von absoluten Null-Kenntnissen zum Latinum gelangen zu müssen – und zwar neben den ganz normalen Lernanforderungen, die sich aus dem eigentlichen Studienfach ergeben – hat schon so manchen Studenten resigniert zur Aufgabe getrieben, wie z.B. Eva Briegel, die Sängerin von „Juli“ die wegen des fehlenden Latinums an der Uni Gießen erst von Kunstgeschichte zur Psychologie gewechselt war, und dann ganz aufgab, wie sie sich am 08.11. 2006 in einem Interview gegenüber Harald Schmidt in seiner gleichnamigen ARD-Sendung anvertraute.

Da jedoch nicht jedem Studienabbrecher eine Karriere in der Popmusik vergönnt ist, wurde an der Uni Frankfurt mit der Academia Linguae eine private Lateinschule gegründet, die sich zur Aufgabe gemacht hat, den Studenten in den Semesterferien das nötige Quantum Latein beizubringen – wenn es sein muß, von Null auf Latein – so der offizielle Slogan der Lateinschule. Die Academia Linguae ist dabei keine Konkurrenz zu den Uni-internen Kursen, sondern versteht sich als ergänzende Einrichtung, die die vollste Unterstützung des altphilologischen Fachbereichs genießt, mit dem eine Vereinbarung auf Anerkennung der Klausurleistung der Akademie geschlossen wurde. Auch der Fachbereich Geschichte ist froh, daß seine Studenten in der Academia Linguae fit für die Zwischenprüfung gemacht werden. Hinter dem Projekt stehen Claudia Sentürk und Matthias Wühle, die beide während ihres Studiums (sie Germanistik, er Geschichte) das Problem Latein an sich selbst und ihren Kommilitonen erkannt hatten und nun den heutigen Studenten mit erfahrenen Lehrern in kleinen und effektiven Gruppen helfen, das Schicksal der Eva Briegel und den unzähligen anderen namenlosen Abbrechern zu vermeiden.

Der vergangene Kurs, der im Februar diesen Jahres in den Seminarräumen am Campus Bockenheim stattfand, zählte 77 Teilnehmer aus sieben verschiedenen Universitäten. Das von Kassel bis Tübingen reichende Einzugsgebiet spricht für eine außerordentliche Anziehungskraft und Bedeutung der Academia Linguae für die Studenten einer ganzen Region. Davon waren die meisten für Geschichte eingeschrieben, gefolgt von Anglistik und Germanistik, aber auch Studenten anderer Fachbereiche und nicht-studentische Teilnehmer befanden sich darunter.

 
Am 18.Februar startet  der nächste Kurs. Es sind noch Plätze frei. Mit der Anmeldung sollte man sich beeilen, da zum Qualitätsanspruch der Academia Linguea gehört, die Klassen möglichst klein zu halten. Studenten aller Fachbereiche und Interessierte mit oder ohne Vorkenntnissen sind herzlich willkommen. Utinam di bene vertant!

*) Matthias Wühle: Buchautor und Pressesprecher der Academia Linguae. Er studiert Philosophie und Geschichte an der Uni Frankfurt.

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